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27. Dezember 2017 DIE LINKE. im Rat der Stadt Bottrop

LINKE zum Ruhrkampfdenkmal: Mörder und ihre Opfer kann man nicht gleich behandeln

Die Bottroper LINKE ist irritiert über den jüngsten Vorstoß von

Bezirksbürgermeister Helmut Kucharski (SPD) in Sachen Denkmal für die

Opfer des Ruhrkampfes auf dem Westfriedhof. Kucharski hatte gefordert,

das von den Nazis zerstörte und nach der Befreiung vom Faschismus nur

notdürftig wiederhergestellte Denkmal nur zu restaurieren, wenn durch

die Stadtarchivarin Heike Biskup festgestellt worden sei, wie der

Arbeiteraufstand zu Beginn der Weimarer Republik in Bottrop verlaufen

sei. Kucharski behauptet ferner laut WAZ „Wir haben uns deshalb darauf

verständigt, dass Stadtarchivarin Heike Biskup zunächst eine

geschichtliche Aufarbeitung vornimmt. Mit ihr haben wir eine neutrale

Person, die die historischen Ereignisse auf örtlicher Ebene genau

darlegen kann“.

Kucharskis Aussagen widersprechen den Zusagen, die die Stadtverwaltung bereits in einem Gespräch mit den Ratsherren Schmidt (DIE LINKE) und Gerber (DKP) am 9. Dezember 2016 gegeben hat. Daran nahmen der Technische Beigeordnete Müller, Kucharski selbst und auch Stadtarchivarin Heike Biskup sowie der Referent des Oberbürgermeisters, Abraham, teil.

Seinerzeit wurde vereinbart, dass die Verwaltung zur weiteren Beratung und Beschlussfassung in den Gremien der Stadt eine Vorlage fertigen werde, in der zwei Varianten der Wiederherstellung des Denkmals alternativ vorgeschlagen werden.

Eine Variante sollte eine „kleine Version“ vorsehen, bei der nur die Widmungstafel mit dem ursprünglichen Wortlaut erneuert und eine zusätzliche Tafel über die damaligen Ereignisse, das Denkmal und die Zerstörungsgeschichte informieren sollte. Die „große Variante“ sollte eine Wiederherstellung der Formgebung des Ensembles nach dem Prinzip der „präzisen Unschärfe“ vorsehen, also ohne historisch nicht mehr rekonstruierbare Schmuckdetails. Die Vorlage sollte vor Einbringung mit Schmidt und Gerber abgestimmt werden.Über die Besprechung wurde eine amtliche Aktennotiz angefertigt. Im September 2017 wurde auf Nachfrage der LINKEN mitgeteilt, an dem Vorhaben werde festgehalten, allerdings sei noch kein konkreter Termin für die Vorlage absehbar.

„Wir sind ausgesprochen irritiert, dass der Bezirksbürgermeister die damaligen Verabredungen durch Mitteilungen in der Presse einfach für nicht existent erklärt“, sagt LINKE-Ratsherr Niels Holger Schmidt und betont: „Das ist aus unserer Sicht ein einmaliger Vorgang und entspricht nicht dem verbindlichen Stil, der seitens des Oberbürgermeisters gepflegt wird.“ Schmidt verweist darauf, dass der Bezirksbürgermeister an der betreffenden Besprechung im Dezember 2016 selbst teilgenommen hat. „Er hat damals keinen Widerspruch zu den Vereinbarungen geäußert “, stellt Schmidt fest und betont: „Kucharskis Aussagen widersprechen auch der Auskunft, die wir noch im September auf unsere Nachfrage bei der Verwaltung erhalten haben.

“ Schmidt kündigt für das neue Jahr bereits erheblichen Gesprächsbedarf mit den Zuständigen in der Verwaltung an. Aus Sicht der LINKEN ist eines klar: „Bis spätestens zum 100. Jahrestag der Ereignisse 2020 muss das Denkmal in einen würdigen Zustand versetzt und die ahistorischen Beschriftungen an dem Denkmalsfragment beseitigt werden.“ Man erwarte, dass die Verwaltung entsprechend der Abreden vom Dezember 2016 geeignete Varianten für die Beratung in den Gremien vorschlage. Ausgeschlossen ist aus Sicht der LINKEN auch eine Verknüpfung von Restaurierungsarbeiten an dem Denkmal für die ermordeten Arbeiter auf dem Westfriedhof mit irgendwelchen Arbeiten an dem Gedenkstein für die getöteten Mitglieder des Freikorps Loewenfeld in Kirchhellen: „Man darf die Mörder und ihre Opfer nicht gleich behandeln. Und die damaligen Mörder kamen nachweislich aus der rechtsradikalen Totschlägertruppe Loewenfeld“, so Schmidt abschließend. Deren Kriegsverbrechen nicht nur in Bottrop seien inzwischen durch umfängliche Forschungsarbeiten in der Fachwelt unstrittig belegt.