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Anfrage zur Kinder- und Familienarmut

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Mitte Mai dieses Jahres veröffentlichten Studien der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts für Arbeitsmarkt-

und Berufsforschung „Kinder- und Familienarmut“ und „Kinder. Armut. Familie“ zeigen auf, dass jedes

sechste Kind in Deutschland, jedes fünfte Kind in NRW und jedes vierte Kind im Ruhrgebiet armutsgefährdet

ist, also in einer Familie lebt, die von weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens

und/oder von ALG II leben muss.

Aus diesen Studien geht des Weiteren hervor, dass armutsgefährdete Kinder bei Schuleingangsuntersuchungen

deutlich hinter anderen Kindern zurückliegen:

 43 Prozent sprechen mangelhaftes Deutsch, dreimal so viel wie bei anderen Kindern;

 28 Prozent haben Probleme beim Zählen, zweieinhalbmal so viel wie sonst;

 25 Prozent haben Probleme mit der Körperkoordination, zweimal so viel wie üblich.

Vor diesem Hintergrund bitte ich um Beantwortung folgender Fragen:

a) Wieviele Kinder in Bottrop sind im Sinne der o.g. Definition armutsgefährdet?

Wie groß ist ihr Anteil an allen Kindern in Bottrop?

b) Wie hat sich der Anteil der armutsgefährdeten Kinder in Bottrop gegenüber dem Zeitpunkt vor der Einführung

von Hartz IV (Stichtag: 31.12.2004) verändert?

c) Gibt es in Bottrop statistisch signifikante Unterschiede bei der Schuleingangsuntersuchung zwischen armutsgefährdeten

Kindern und nicht-armutsgefährdeten Kindern hinsichtlich des deutschen Sprachvermögens,

der Fähigkeit zu zählen und der Körperkoordination?

Gibt es statistisch signifikante Unterschiede bei weiteren untersuchten Merkmalen?

d) Wie haben sich solche statistisch signifikanten Unterschiede gegenüber dem Zeitpunkt vor der Einführung

von Hartz IV (Stichtag: 31.12.2004) verändert?

e) Gibt es in Bottrop statistisch signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Stadtbezirken und Stadtteilen

bei der Schuleingangsuntersuchung zwischen armutsgefährdeten Kindern und nicht-armutsgefährdeten

Kindern hinsichtlich des deutschen Sprachvermögens, der Fähigkeit zu zählen und der Körperkoordination?

Gibt es statistisch signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Stadtbezirken und Stadtteilen bei

weiteren untersuchten Merkmalen?

f) Wenn es solche statistisch signifikanten Unterschiede geben sollte:

Was hat die Stadt Bottrop konkret unternommen, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern?

DIE LINKE. Bottrop, Brauerstr.41, 46236 Bottrop

Herrn Oberbürgermeister

Bernd Tischler

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Wurden hierbei Stadtbezirks- bzw. Stadtteil-spezifische Schwerpunkte gesetzt? Wenn ja: Welche und in

welchem Umfang?

g) Wie hat sich der Haushaltsansatz für die Kinder- und Jugendhilfe in Bottrop seit der Einführung von

Hartz IV (Stichtag: 31.12.2004) entwickelt:

a. in Euro-Beträgen?

b. in prozentuellem Zuwachs bzw. Rückgang : nominell und real (zu Preisen von 2004)?

c. gemessen als Anteil am Gesamt-Haushalt?

h) Welche weitere Entwicklung für den Haushaltsansatz für die Kinder- und Jugendhilfe wird in Bottrop einerseits

mit Blick auf die oben skizzierte erschreckende Entwicklung, andererseits mit Blick auf den

Haushaltssanierungsplan bis 2020 angestrebt?

a. in Euro-Beträgen?

b. in prozentuellem Zuwachs bzw. Rückgang : nominell und real (zu Preisen von 2004)?

c. gemessen als Anteil am Gesamt-Haushalt?

Für eine Beantwortung auch auf elektronischem Wege wäre ich dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

Christoph Ferdinand


Geschäftsstelle der Ratsgruppe
DIE LINKE. im Rat der Stadt Bottrop
Brauerstraße 41
46236 Bottrop
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