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4. Gesundheit ist nicht alles …

Die Corona-Pandemie zeigt wie unter einem Brennglas die Probleme unserer Gesellschaft auf:

Das gilt auch für das Thema Gesundheit:

 

  • ALG II-Bezieher haben ein um 84,1 Prozent erhöhtes Risiko, dass sie wegen einer COVID-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden müssen. Für ALG I-Bezieher liegt das Risiko immer noch um 17,5 Prozent höher. Das ist das Ergebnis einer Studie der AOK Rheinland/Hamburg.
  • Laut einer Veröffentlichung des „Focus“ haben die sozial bedingten Unterschiede bei der Gesundheit in den letzten 20 Jahren zugenommen. So beurteilen heute mehr Frauen und Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe ihren Gesundheitszustand als „weniger gut“ oder „schlecht“. Bei Frauen und Männern, die sehr gut verdienen, ist eine gegenläufige Entwicklung zu sehen.
  • Armut wirkt sich – laut demselben „Focus“-Bericht – auch unmittelbar auf die Lebenserwartung aus: Die mittlere Lebenserwartung von Männern der niedrigsten Einkommensgruppe liegt bei der Geburt fast elf Jahre unter der von Männern der hohen Einkommensgruppe. Bei Frauen beträgt der Unterschied acht Jahre.
  • Bei der Lebenserwartung liegt Bottrop bei den Frauen an 365. Stelle und bei den Männern an 336. Stelle von 402 Kreisen und Städten in Deutschland: also tief im Keller. Veröffentlicht wurden diese Zahlen Mitte Juli 2020 im „Deutschen Ärzteblatt“. Als Ursache dafür gilt eindeutig Armut.
    Wörtlich heißt es darin: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Maßnahmen, die die Lebensstandards für ärmere Teile der Bevölkerung verbessern, am ehesten dazu geeignet sind, die existierenden Unterschiede in der Lebenserwartung zu reduzieren.“

Umso mehr sind wir in Bottrop auf ein funktionierendes Gesundheitswesen angewiesen.

Die weitreichenden Privatisierungen im Krankenhaussektor gekoppelt mit Profitorientierung und der Ausdünnung von Pflegepersonal und Reinigungskräften sind sicherlich kein Beitrag dazu.
Die Bertelsmann-Stiftung – ohnehin immer wieder der Vorreiter des Neoliberalismus – hat noch kurz vor der Corona-Pandemie gefordert, mehr als 60 Prozent aller Krankenhäuser in Deutschland dicht zu machen. NRW-CDU-Gesundheitsminister Laumann wollte nur „bescheidene“ 50 Prozent der Krankenhäuser in NRW schließen.

Vor diesem Hintergrund fordert DIE LINKE:

  • Aufrechterhaltung der derzeit drei Krankenhäuser in Bottrop.
  • Mehr Personal bei Pflegedienst und Reinigungskräften.
    Klatschen für die „Helden des Alltags“ reicht nicht – stattdessen bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne.
  • Krankenhäuser gehören in öffentliche Hand!
  • Die Gesundheitsversorgung muss von der Stadt organisiert, demokratisch legitimiert und wohnortnah organisiert werden.
  • Dringender Bedarf, hier etwas zu tun, besteht hier in Bottrop vor allem in der Betreuung von psychisch Erkrankten: Mehr als ein Jahr Wartezeit auf eine psychotherapeutische Behandlung kann tödlich enden.
  • Das Personal im Gesundheitsamt muss – nicht nur während der Corona-Krise – aufgestockt werden.
  • Lebensnotwendige Medikamente und Sicherheitsartikel wie Mund-Nasen-Schutz müssen wieder in Europa hergestellt werden.
    Denn immer öfter in den letzten Jahren mussten Patienten auch in Bottroper Arztpraxen und Apotheken erleben, dass ihr lebensnotwendiges Medikament monatelang in den Apotheken nicht erhältlich war.
  • Solange die Corona-Pandemie nicht überwunden ist, muss die Stadt alle Beschäftigten in den Bildungseinrichtungen mindestens wöchentlich testen. Solche Tests sollen auch den Kindern in Kitas und Schulen sowie Familienangehörigen aus den Risikogruppen angeboten werden. Das Gleiche gilt für alle städtischen Beschäftigten mit Publikumsverkehr.