DIE LINKE Ratsfraktion Bottrop: Probleme nicht verlagern - sondern lösen
Die aktuelle Debatte um den Unterstand am Berliner Platz ist ein weiteres Beispiel dafür, wie in Bottrop seit Jahren über Symptome diskutiert wird, während die eigentlichen Ursachen ignoriert werden.
Die Forderung von CDU und Grüne/ÖDP nach einem Abbau des Unterstands mag populär klingen, sie löst jedoch keines der Probleme, die dort sichtbar werden. Armut, Sucht, Wohnungslosigkeit und soziale Ausgrenzung verschwinden nicht, nur weil man den Menschen ihren Aufenthaltsort nimmt.
„Wer glaubt, mit dem Abriss eines Unterstands oder auch der öffentlichen Toilette im Ehrenpark würden die Probleme verschwinden, macht sich etwas vor. Die Menschen werden nicht verschwinden – sie werden lediglich verdrängt. Das ist keine Sozialpolitik, sondern Symbolpolitik“, erklärt Ratsherr Christoph Ferdinand, der stv. Vorsitzende des Sozialausschusses, für DIE LINKE.
Besonders bemerkenswert ist, dass viele der Akteure, die heute lautstark Kritik üben, seit Jahren keine tragfähigen Alternativen vorgelegt haben. DIE LINKE hingegen fordert mittlerweile seit Jahrzehnten, zuletzt im Kommunalwahlprogramm, ein echtes Gesamtkonzept für suchtkranke und von Ausgrenzung betroffene Menschen.
Dazu gehört insbesondere die Einrichtung eines Drogenkonsumraums beziehungsweise eines niedrigschwelligen Suchthilfezentrums. Während andere Kommunen längst auf moderne und erfolgreiche Konzepte setzen, wird diese Diskussion in Bottrop seit Jahren verschleppt.
Ein Konsumraum bedeutet Hilfe statt Verdrängung. Er bedeutet medizinische Betreuung, soziale Beratung, Überlebenshilfe und einen wirksamen Schutz vor Drogentoten. Gleichzeitig werden öffentliche Plätze entlastet und Konflikte im Stadtbild reduziert.
„Seit Jahren fordert DIE LINKE einen Konsumraum. Seit Jahren werden diese Vorschläge ignoriert. Jetzt wird erneut über Sicherheit und Ordnung gesprochen, ohne die sozialen Ursachen anzugehen. Das ist genau der Fehler, der uns in die heutige Situation geführt hat.“ so Ferdinand weiter.
Die Ratsfraktion weist zudem entschieden die Vorstellung zurück, dass Menschen mit Suchterkrankungen oder Alkoholabhängigkeit ein Sicherheitsproblem seien. Die allermeisten Betroffenen sind nicht Täter, sondern Menschen in schwierigen Lebenslagen, die Unterstützung benötigen.
Natürlich muss der Berliner Platz und auch der Ehrenpark für alle Bottroperinnen und Bottroper attraktiv und sicher sein. Doch Sicherheit entsteht nicht durch Ausgrenzung, sondern durch soziale Infrastruktur, Prävention und professionelle Hilfsangebote.
DIE LINKE fordert deshalb:
- die Entwicklung eines umfassenden Suchthilfe- und Sozialkonzeptes für Bottrop,
- die Einrichtung einer Arbeitsgruppe des Sozialausschuss unter Beteiligung aller demokratischen Parteien im Rat,
- die ernsthafte Prüfung und Umsetzung eines Konsumraums,
- den Ausbau aufsuchender Sozialarbeit,
- mehr psychosoziale Beratungsangebote,
- die Einbindung von Suchthilfe, Sozialverbänden, Betroffenen und Anwohnern in die weitere Planung.
„Die Diskussion darf nicht länger von der Frage bestimmt werden, wie man die Szene unsichtbar macht. Die entscheidende Frage lautet: Wie helfen wir den Menschen wirksam und nachhaltig? Wer Probleme lediglich verlagert, handelt weder verantwortungsvoll noch zukunftsorientiert.“ erklärt Ferdinand und schlägt vor: „Auch um die Debatte frei von Populismus und parteipolitischer Profilierung zu führen, wäre die Einrichtung einer Arbeitsgruppe des Sozialausschusses unter Beteiligung aller demokratischen Parteien, ein geeigneter Ort um die Diskussion unaufgeregt und sachlich zu führen."
Für DIE LINKE steht fest: Bottrop braucht endlich Mut zu sozialen Lösungen statt immer neuer Debatten über Verdrängungspolitik.
