Zum Hauptinhalt springen

Antrag zum Hitzeschutz

Christoph Ferdinand

Die Fraktion Die Linke Bottrop beantragt, dass die Verwaltung ein umfassendes Konzept zur Verbesserung des Hitzeschutzes und – wo erforderlich – zur Klimatisierung der Bottroper Schulen und Kindertagesstätten erarbeitet und dem Rat zeitnah zur Beschlussfassung vorlegt.

Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird beauftragt,

  1. alle Schulen und Kindertagesstätten hinsichtlich ihrer sommerlichen Hitzebelastung zu erfassen und zu bewerten;
  2. gemeinsam mit den Schulen zu erheben, in welchem Umfang es in den vergangenen Jahren aufgrund hoher Raumtemperaturen zu hitzebedingten Einschränkungen des Unterrichts, Unterrichtsausfällen oder vorzeitigem Unterrichtsende (sogenanntem "Hitzefrei") gekommen ist. Die Ergebnisse sind in die Priorisierung der Maßnahmen einzubeziehen;
  3. kurzfristige Maßnahmen zum Hitzeschutz umzusetzen, insbesondere:
    • außenliegenden Sonnenschutz,
    • Verschattung durch Bäume und Begrünung,
    • Dach- und Fassadenbegrünung,
    • Optimierung der Lüftungskonzepte,
    • Bereitstellung von Trinkwasserspendern;
  4. für besonders belastete Gebäude die technische Nachrüstung mit energieeffizienten Klimatisierungs- oder Kühlsystemen zu prüfen und nach Priorität umzusetzen;
  5. Fördermöglichkeiten des Landes Nordrhein-Westfalen, des Bundes und der Europäischen Union vollständig auszuschöpfen;
  6. dem Rat einen mehrjährigen Investitions- und Finanzierungsplan mit Priorisierung der betroffenen Einrichtungen vorzulegen.

Begründung

Die Auswirkungen des Klimawandels führen auch in Bottrop zu immer häufigeren und intensiveren Hitzeperioden. Temperaturen von über 30 °C in Klassen- und Gruppenräumen beeinträchtigen nachweislich die Konzentrationsfähigkeit, die Gesundheit sowie den Lernerfolg von Kindern und Jugendlichen. Ebenso sind Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und weitere Beschäftigte erheblichen Belastungen ausgesetzt.

In den vergangenen Jahren kam es an vielen Schulen in Nordrhein-Westfalen aufgrund extremer Hitze wiederholt zu verkürztem Unterricht oder zur Erteilung von Hitzefrei. Auch in Bottrop ist davon auszugehen, dass hohe Raumtemperaturen zunehmend den regulären Unterrichtsbetrieb beeinträchtigen. Eine systematische Erfassung dieser Ausfälle schafft Transparenz über das tatsächliche Ausmaß des Problems und ermöglicht eine sachgerechte Priorisierung der notwendigen Investitionen.

Viele Bildungsgebäude wurden zu einer Zeit errichtet, in der der sommerliche Wärmeschutz nur eine untergeordnete Rolle spielte. Angesichts der klimatischen Entwicklung besteht dringender Handlungsbedarf.

Dabei sollte die Klimatisierung nicht isoliert betrachtet werden. Vorrang haben bauliche und natürliche Maßnahmen wie Verschattung, Begrünung und energetische Sanierung. Wo diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichen, müssen moderne, energieeffiziente Kühlsysteme eingesetzt werden, um gesundheitlich vertretbare Raumtemperaturen sicherzustellen und einen verlässlichen Unterrichtsbetrieb zu gewährleisten.

Investitionen in den Hitzeschutz sind Investitionen in Bildungsgerechtigkeit, Gesundheit und gute Arbeitsbedingungen. Sie erhöhen gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit der kommunalen Infrastruktur und tragen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels bei.

Die Verwaltung wird daher gebeten, kurzfristig ein umsetzbares Konzept mit Prioritäten, Kostenrahmen, Zeitplan sowie einer Auswertung der hitzebedingten Unterrichtsausfälle vorzulegen.

Zurück zum Kopf der Seite